Infos

Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Thema Umwelt & Naturschutz.

September 2010
M D M D F S S
« Aug    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  
Links

Archiv der Kategorie Thema Umwelt & Naturschutz

Stellungnahme zum Stolzenberger Hang

Grüne unterstützen die „Halboffene Beweidungswirtschaft“ am Stolzenberger Hang. 

Durch die CDU-Umfrage und die veröffentlichten Leserbriefe wird der Eindruck erweckt, die Mehrheit der betroffenen Bürgerinnen und Bürger von Bayerfeld-Steckweiler und Dielkirchen seien gegen das Naturschutzprojekt „Halboffene Beweidungswirtschaft“ Stolzenberger Hang.

Bayerfeld-Steckweiler und Dielkirchen haben zusammen 813 Wahlberechtigte. Bei der CDU-Haus-zu-Haus-Befragung haben sich 230 Leute beteiligt, davon  sind 228 gegen das Projekt, also 28%.

Wie die große Mehrheit von 72% darüber denkt,  ist noch offen.

Abstimmen müssen die Gemeinderäte in Bayerfeld-Steckweiler und Dielkirchen.

Der Stolzenberger Hang ist eine alte Kulturlandschaft mit Weinbergterrassen, jetzt dicht mit Hecken, teilweise Bäumen zugewachsenen. Es steht die grundsätzliche Entscheidung an, ob diese alte Kulturlandschaft erhalten werden soll, oder ob der Wald sich dieses Gebiet innerhalb der nächsten Jahre zurückholt. Das ganze Alsenztal würde sich durch den Wald verändern. Die Artenvielfalt, die sich im Laufe der Zeit am Stolzenberger Hang entwickelt hat, ginge ohne Eingriff verloren. Zur Erhaltung der Artenvielfalt ist die teilweise Entbuschung des Hanges dringend notwendig.

Die „ halboffene Beweidungswirtschaft“ ist die preisgünstigste Variante, die Kulturlandschaft auf Dauer zu erhalten.

 

Wichtig ist uns, dass die Belange der Bevölkerung berücksichtigt werden. Hierzu wurden schon Kompromisse gefunden, in dem die Fläche stark verkleinert wurde. Weitere Änderungen sind laut NABU  und Kreisverwaltung möglich.

Die Beweidung durch die schweren Taurusrinder (Bulle 1000kg) scheint uns weniger ideal. Eine andere leichtere Tierart wäre zu bevorzugen  – geringere Trittschäden und Erosionsgefahr. Es stellt sich auch die Frage, wie stark die Erosion des Hanges war, als die Weinberge noch bearbeitet wurden?

Da ein solches Beweidungsprojekt in der Steilhanglage ein Pilotprojekt ist, wäre eine wissenschaftliche Begleitung notwendig.

Auch sind wir gegen eine gemeinsame Beweidung von Pferden und Eseln. Bei gemischt-geschlechtlichen Gruppen wird es Auseinandersetzungen zwischen Eselhengst und Pferde-hengst geben, was eine unnötige Verletzungsgefahr, Entstehung von Hybriden (Maulesel, Maultier) und Lungenwurmgefahr für Pferde durch den Wirt Esel bedeuten könnte.

Es ist geplant einen Zugang zur Alsenz zu schaffen, damit die Tiere ans Wasser können. Die Alsenzwiesen sind selbst in trockenen Sommern noch sehr feucht und es besteht die Gefahr der Verschlammung. Durch die Einrichtung einer Tränke am Fuße des Stolzenberger Hanges  ließe sich dies vermeiden. Die Wasserversorgung wäre durch eine Weidepumpe zu gewährleisten. Durch einen Weidezaun am Fuße des Hanges, bliebe der Fahrradweg frei.

Auch der Rittergruppe wäre damit gedient, sie könnte weiterhin in den Alsenzauen ihr Ritterfest abhalten.

Erstaunt sind die Grünen über den Widerstand der Jäger. Unserer Meinung nach könnte den Jägern nichts Besseres passieren, als die teilweise Entbuschung des Hanges. Im derzeitigen Zustand können die Wildschweine dort kaum bejagt werden. Wenn man am Hang entlang läuft, fällt selbst einem Nichtjäger die große Wildschweinpopulation auf.  Die derzeit hohen Wildschäden stehen im direkten Zusammenhang mit der hervorragenden „Kinderstube für Wildschweine“ und der auch zurzeit unzureichenden Bejagung durch die Jäger. 

Doris Hartelt

Blockheizkraft im Schwimmbad

Öffentlicher Stammtisch der Grünen in Eisenberg

Vortrag von Helmut Zurowski, techn. Leiter der VGWerke, über das Blockheizkraftwerk des Waldschwimmbades

Beim letzten „Grünen“ Stammtisch in Eisenberg am 7. Januar 2010 hatte Pfarrer Karl-Ludwig Hauth über seine Erfahrungen mit dem Mikro Blockheizkraftwerk im Pfarrhaus Eisenberg- Steinborn berichtet. Die Bewahrung der Schöpfung war der Hauptbeweggrund der Kirchengemeinde, sich für ein nachhaltiges Energiekonzept zu entscheiden. Beim Blockheizkraftwerk des Waldschwimmbades in Eisenberg spielten andere Beweggründe für die Anschaffung eine Rolle. Auch werden bei der Nutzung keine nachwachsenden Rohstoffe verwendet. Wie funktioniert es, wie wird es genutzt, diese und andere Fragen wird Helmut Zurowski, der technische Leiter der Verbandsgemeindewerke, beim nächsten Stammtisch von Bündnis 90/Die Grünen in Eisenberg am 4. Februar 2010 beantworten. Er wird außerdem Informationen zur Biogasanlage der Eisenberger Kläranlage geben und gerne über Photovoltaik Projekte in Eisenberg berichten.

Der Stammtisch findet immer am ersten Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr in der TSG Gaststätte Jahnstube in Eisenberg statt. Der Stammtisch ist öffentlich und viele Bürger nutzen die Gelegenheit, um sich in entspannter Atmosphäre beim Bier und gutem Essen über die Eisenberger Grünen und ihre Arbeit im Verbandsgemeinderat und den Ausschüssen zu informieren. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen.

 

Blockheizkraftwerk im Pfarramt Eisenberg II

Im Rahmen des „Grünen Stammtischs“ hat Pfarrer Karl-Ludwig Hauth am 7. Januar 2010 einen interessanten und schonungslos offenen Vortrag über das Blockheizkraftwerk des Pfarramtes Eisenberg II gehalten. Der Stammtisch ist öffentlich und findet jeden ersten Donnerstag im Monat in der TSG Jahnstube in Eisenberg statt.

Zwei Hauptgesichtspunkte hatte die Kirchengemeinde in Betracht gezogen, als sie sich für ein Mikro Blockheizkraftwerk in Steinborn installieren ließ. ‘Der Anlass war, dass die Heizung im Pfarrhaus ersetzt werden musste. Die Bewahrung der Schöpfung war der Hauptbeweggrund, sich für ein nachhaltiges Energiekonzept zu entscheiden. Aber auch die finanzielle Seite wurde dabei berücksichtigt. Hohe Anfangsinvestitionen stehen geringeren Energiekosten und den Einnahmen aus der Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz gegenüber. Langfristig amortisieren sich dadurch die eingesetzten Investitionen.

Der wirtschaftliche und ökologische Grundgedanke des wärmegeführten Betriebes liegt darin, erzeugte Wärme vollständig und auch den Strom möglichst vor Ort zu nutzen. Nicht gebrauchter Strom wird gegen Vergütung ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Da auf diese Weise weniger an herkömmlicher Kraftwerkskapazität für die Stromerzeugung benötigt wird, substituiert die verstärkte Nutzung von Blockheizkraftwerken den Strom aus fossilen Kondensationskraftwerken und ermöglicht damit einen geringeren Kohlenstoffdioxid-Ausstoß. Dies soll in Deutschland auch durch gesetzliche Regelungen wie das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-G) unterstützt werden.

Ein Blockheizkraftwerk erreicht einen insgesamt deutlich höheren Nutzungsgrad (Nutzenergie Strom plus Nutzenergie Wärme dividiert durch Energieeinsatz) gegenüber dem herkömmlichen Mischbetrieb aus lokaler Heizung und zentraler Stromversorgung.

Das Steinborner Sunmachine® Mikro Blockheizkraftwerk wurde vor fast genau einem Jahr von der Firma Kasper in Eisenberg eingebaut und wird seitdem von den Monteuren der Firma betreut. Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial. CO2-neutrale Holzpellets als erneuerbare Energieträger erzeugen Wärme und Strom. Umweltschonendes und kostenneutrales Heizen scheint Realität zu werden. Der Brennstoff wird erhitzt und dadurch brennbares Holzgas erzeugt. Das Gas wird entzündet und die Flamme treibt einen Stirlingmotor an, der ähnlich wie ein Fahrraddynamo zur Stromerzeugung dient. Dadurch, dass zusätzlich ein Wärmeaustauscher die bei der Verbrennung erzeugte überschüssige Wärme nutzbar macht, werden extrem hohe Nutzungsgrade erzielt. Soviel zur Theorie.

Blockheizkraftwerke funktionieren einwandfrei mit fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas. Bei Holzpellets scheint die Sache schon anders auszusehen. Dabei handelt es sich um rein technische Probleme, das Funktionsprinzip ist völlig in Ordnung. Überraschenderweise ist Staub das Hauptproblem. Staub entsteht bei der Lagerung, beim Transport und bei der Förderung per Gebläse. Das Pelletlager ist in Steinborn rund 32 m vom Einsatzort, d. h. vom Blockheizkraftwerk entfernt. Die Pellets werden von dort in den Tagesbehälter gesaugt. Staub führt dazu, dass sich im Behälter Nester bilden, die dann wie kleine Lawinen nach rutschen. Außerdem bringt die Staubbildung noch technische Probleme beim sogenannten Glutsensor, der einen Lichtdetektor beinhaltet und dafür sorgt, dass Pellets bei Bedarf nach gefördert werden. Nawaro (Nachwachsende Rohstoffe)-Pellets scheinen mehr Staub zu entwickeln als Industrie-Pellets. Die Verwendung von Nawaro-Pellets ist dem Nachhaltigkeitsprinzip näher und erhält außerdem eine höhere Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bei der Stromeinspeisung.

Das Minikraftwerk in Steinborn, obschon für Wohnhäuser entwickelt, scheint immer noch eine Pilotanlage zu sein. Ein Jahr nach der Installation ist von serienreifem Betrieb noch keine Rede. Firma Kasper und Pfarrer Hauth sind beide zuversichtlich, dass die technischen Probleme bald gelöst werden können. Sollte das System alltagstauglich sein, dann könnten sich neue Perspektiven für Individualheizungen ergeben.

Beim nächsten Stammtisch von Bündnis 90/Die Grünen des Kreisverbandes Donnersbergkreis in Eisenberg am 4. Februar 2010 wird der technische Leiter der Verbandsgemeindewerke Eisenberg, Herr Helmut Zurowski, einen Vortrag über das Blockheizkraftwerk im Waldschwimmbad Eisenberg halten. Im Vergleich zu dem Minikraftwerk in Steinborn handelt es sich im Schwimmbad nicht um ein System der erneuerbaren Energien. Der Stammtisch findet ab 19.30 Uhr in der TSG Gaststätte Jahnstube in Eisenberg statt. Er ist öffentlich und erfreut sich großer Beliebtheit. Viele Bürger nutzen die Gelegenheit, um sich in entspannter Atmosphäre bei Bier und gutem Essen über die Eisenberger Grünen und ihre Arbeit im Verbandsgemeinderat und den Ausschüssen zu informieren. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen.

 

Konsequente Bauern: CDU-Mitgliedsausweis in den Schredder

Irgendwann ist der Frust zu groß gewesen. Dieser Milchbauer hat heute nach den Bauernprotesten in Mainz seinen CDU-Mitgliedsausweis in der Landesgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen geschreddert. Er ist nicht der Erste, und bleibt sicherlich nicht der Letzte. Vernünftige Landwirtschaftskonzept für Natur und Bauer? Nicht schwarz sehen -> grün wählen!

Schavan, Merkel und ihr Faible für die Kernkraft

Wer die Aussagen und Aktivitäten der CDU-Politikerinnen Merkel und Schavan etwas genauer verfolgt ist nicht überrascht über die jetzt bekannt gewordenen Planspiele zum Bau neuer Kernkraftwerke. Beide Politikerinnen sind, auch wenn sie sich in Wahlkampfzeiten opportunistisch zurückhalten, glühende Verfechter der Kernenergienutzung. Einen ganz offensichtlichen, handfesten Beleg hierfür finden wir unmittelbar vor unserer Haustür. Der Zusammenschluss von Universität und (Kern)forschungszentrum Karlsruhe zum KIT (Karlsruhe Institute of Technology) wurde von Merkel und Schavan stark unterstützt. Ein ganz wichtiges Argument für diese Fusion war, das KIT zum Zentrum der Energieforschung in Deutschland zu entwickeln. Aber wohin geht die Reise?

Gut zwei Drittel der Personal- und Sachmittel in diesem Bereich werden für die Erforschung der Kernenergie aufgewendet! Die zukunftsträchtigen Felder Wind- und Solarenergie kommen nur am Rande vor, für keines dieser beiden Themen gibt es am KIT eine eigenständige Professur oder gar ein eigenes Institut. Im Rahmen der Exzellenz-Initiative hat Frau Schavan jedoch Mittel für die Einrichtung von zehn zusätzlichen (!) Professuren zur Erforschung der Kernenergie bereitgestellt. Seit 50 Jahren fließen nahezu konstant ca. 80% der deutschen Energieforschungsmittel in den Bereich Kernenergienutzung. Wo könnten wir heute stehen, wenn ähnliche Anstrengungen bei der Entwicklung der erneuerbaren Energien unternommen worden wären?

Anzeige BTW-Atom

Mehr als 250 Milliarden € hat der deutsche Steuerzahler im Zusammenhang mit der Kernenergienutzung bisher ausgegeben, um die Mär vom billigen Atomstrom aufrechtzuerhalten. Das Ergebnis ist sehr bescheiden: ca. 25% des Stromverbrauchs in Deutschland stammen heute aus Kernkraftwerken,  der Anteil an der Deckung des gesamten Energiebedarfs inkl. Wärme, Verkehr, Industrie etc. liegt gerade mal bei rund 2%. Der Mix der erneuerbaren Energien (Wasser-, Wind- Solarstrom, Wärme aus Biomasse, Solarthermie,  …) steuert schon heute etwa das Dreifache zur Energieversorgung bei und die Entwicklung in diesem Sektor steht erst am Anfang.

Wollte die Kernenergie tatsächlich einen nennenswerten Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstosses beitragen, müsste man die Zahl der AKW mindestens verzehnfachen. Angesichts der bekannten Probleme vor allem im Hinblick auf die Lagerung des radioaktiven Abfalls ein aberwitziger Gedanke. Wir alle wissen, dass in den Atommülllagern Asse und Morsleben derzeit Dinge passieren, die nach Aussagen der Experten eigentlich nie vorkommen dürften.Hierzu noch ein Beispiel vor der Haustür: In Karlsruhe wird derzeit eine kleine Versuchsanlage zur Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen abgebaut, vor Beginn des Projekts wurden die Kosten auf einige hundert Millionen € veranschlagt, heute geht man von ca. 2 Milliarden € (!) aus und die Maßnahme ist noch nicht abgeschlossen.

Offensichtlich sind die Fachleute nicht in der Lage die Kosten für diese vergleichsweise einfache, unmittelbar anstehende Sache abzuschätzen. Der Beitrag der Kernkraftwerksbetreiber zu dieser Maßnahme wurde ausgehend von der ersten Schätzung gedeckelt, ein lukratives Geschäft wenn man bedenkt, dass diese Anlage genutzt wurde um radioaktiven Abfall aus kommerziellen AKW zu „Forschungsabfall“ um zu etikettieren und auf Staatskosten entsorgen zu lassen. Welche Kosten dem Steuerzahler im Zusammenhang mit der Stilllegung der vorhandenen AKW und der Endlagerung der radioaktiven Abfälle noch aufgebürdet werden ist noch gar nicht absehbar. Um trotzallem den Glauben an die Segnungen der Kernenergie weiter aufrecht zu erhalten, behaupten die Kernenergiefachleute (seit mittlerweile 30 Jahren) unverdrossen, dass in 50 Jahren die unerschöpfliche Kernfusionstechnologie verfügbar sein werde, und daß diese dann zu konkurrenzlos günstigen Preisen angeboten werden kann. Aber wer soll das glauben?

Prof. Dr. N. Willenbacher, Uni Karlsruhe

Grüne Jugend auf der IAA

Zur Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt hat die Grüne Jugend eine kleine, feine Protestaktion gestartet. Philipp Hinrichsmeyer, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Hessen, erklärt zur Aktion:

“Ihr wrackt unsere Zukunft ab!”„Die IAA wird, wie schon in den letzten Jahren, ihre ökologischen Vorzeigemodelle präsentieren. Wirklich passiert ist aber auf dem Automobilmarkt noch immer nichts. Laut aktueller Studie des europäischen Verbands für Verkehr und Umwelt liegen deutsche Autos mit ihrem CO2- Ausstoß weit über dem europäischen Durchschnitt. Statt schon frühzeitig die Zeichen der Klimakrise und Ölknappheit zu erkennen, hat die deutsche Autoindustrie jahrelang Innovationen verschlafen. Damit haben sie Arbeitsplätze gefährdet und dazu beigetragen, unsere Zukunft mit einem kollabierenden Klimasystem abzuwracken.“

Hier der Link zum VIDEO zur Aktion.

.

taz: Klima-Ignorantin Merkel!

taz-logo“Was unternimmt also Merkel selbst für den Klimaschutz? Welchen Strom lässt sie sich ins Kanzleramt liefern? Die überraschende Antwort: Man weiß es nicht. Merkel bezieht über das öffentliche Netz einfach den billigsten Strom und kann nicht einmal sagen, wie er erzeugt wird. Dabei können Behörden durchaus Umweltstandards beim Stromeinkauf vorgeben - zwei ihrer Kabinettskollegen machen das vor [Anm.: Das Verkehrs und das Umweltministerium].

Rechtlich ist es kein Problem, wenn ein Ministerium Ökostrom einkaufen will. Der weit verbreitete Mythos, dass es immer das billigste Produkt sein muss, ist falsch. “Behörden können beim Stromeinkauf auch ökologische Vorgaben machen”, sagt Günter Brombosch, der Vergaberecht an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin lehrt. “Wichtig ist dabei, dass die Vorgaben klar definiert sind und für alle Bieter gleich.” Bei Strom ist das leicht: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz legt fest, was Ökostrom ist, und es gibt genügend Anbieter, die ihn liefern können.

Die Kanzlerin hat sich allerdings gegen Ökostrom entschieden. Ob sie jetzt Atomstrom aus Tschechien bezieht, Kohlestrom aus der Lausitz oder aus welcher Quelle sonst, das ist nicht bekannt. Weil “Strom ohne vorgegebene Herkunft nachgefragt wurde, verfügt die Bundesanstalt naturgemäß über keine diesbezüglichen Informationen”, erklärt Waanders. Unbekannt ist auch, wie viel Kohlendioxid die Kanzlerin mit ihren Kabinettskollegen in die Luft bläst. Dieser Aspekt hat beim Stromeinkauf für die meisten Ministerien einfach keine Rolle gespielt und wurde daher nicht abgefragt.”

Mehr Details und Informationen gibt es um vollständigen Artikel der taz - am Kiosk oder  als Link.

Wo konventionell draufsteht ist Gentechnik drin?

Gentech-Spuren in Leinsamen

So lautete die Überschrift eines Artikels der Rheinpfalz am 11. September 2009. In mehr als der Hälfte der untersuchten Proben (16 von 27) konventionell erzeugten Leinsamens sei das genetisch veränderte Lebensmittel gefunden worden. In den untersuchten Proben aus kontrolliert ökologischem Anbau fanden sich keine „Verunreinigungen“.

Peter Hauck (CDU) erklärte, dass keine Gesundheitsgefährdung für den Verbraucher vorhanden sei. Hoffen wir mal, dass der baden-württembergische Verbraucherminister das auch wirklich genau weiß. Ich habe da so meine Zweifel, ob seine Sachkenntnis auch auf dem neuesten Stand ist. Die beanstandete Leinsaat ist schließlich herbizidtolerant und antibiotikaresistent!

Woher kommt der genetisch veränderte Leinsamen? Es soll sich um schludrige Handhabung bei Verpackung, Verarbeitung und Logistik gehandelt haben. Ziemlich unglaubwürdig, wenn man von Verunreinigungen bis zu 1 Prozent ausgeht, das sind immerhin 1 kg Leinsamen pro Doppelzentner (dt). Es handelt sich nicht gerade um ein paar Körner pro Getreidesack. Aus Kanada sollen die Lieferungen stammen, zwei Drittel der EU-Importe des Rohstoffs kommen von dort. Interessant ist dabei, dass in Kanada der Anbau des Übeltäters, der genetisch veränderte Stamm Flachs FP 967 mit dem Handelsnamen CDC Triffid (! Vielleicht erinnert sich noch jemand an den  Science Fiction Roman „The day of the Triffid“ von John Wyndham?), schon seit 2001 verboten ist. In Europa gibt es selbstverständlich überhaupt keine Zulassung, und als Lebensmittel sowieso nicht. Ein Prozent Verunreinigung von etwas, das seit acht Jahren nicht mehr angebaut werden darf? Wer will da wen für dumm verkaufen? In mein Müsli kommt auf jeden Fall kein konventioneller Leinsamen rein! Und in Eures?

Direktvermarkter im Kreis vor dem Aus?

Bei ihrem Besuch im Donnersbergkreis machte die Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken auch einen Abstecher in Breunigweiler. Hier konnte sie sich über die Anforderungen und Umsetzung der EU-Hygienevorschriften in Deutschland
informieren. Herr Burgdörfer hat seit vielen Jahren einen landwirtschaftlichen Ackerbaubetrieb mit Schweinehaltung. Die besondere Wertschöpfung liegt in der Direktvermarktung sämtlicher selbst aufgezogener Schweine. Nun wird er mit  völlig überzogenen Forderungen in Bezug auf die Ausstattung seines Schlachthauses konfrontiert. Aber auch die geforderte Bereitstellung von eigenen Räumen für Metzger und Tierarzt, der die Fleischbeschau vornimmt, sind ein Problem.

Die notwendigen Investitionen stehen in keinem Verhältnis zu den Vermarktungserlösen und Herrn Burgdörfer sieht sich  nicht in der Lage, seinen Schlacht- und Direktvermarktungsbetrieb weiterhin aufrecht zu erhalten. Frau Höfken sieht in diesen Vorschriften, die für große Schlachtbetriebe kein Problem darstellen, eine Überziehung der Hygienerichtlinien. Man könne es nicht als Fortschritt bezeichnen, wenn wegen 2 Schlachtungen in der Woche die berufliche Existenz bedroht werde. Ein vorgeschriebener eigener Raum für den Tierarzt oder Desinfektionsschleusen sieht sie als vollkommen unverhältnismäßig an und sieht darin den Verlust von vielen Direktvermarkter in der Region. Die Maßnahmen seien so überzogen, dass sie aus finanziellen Gründen kaum umgesetzt werden könnten. Ulrike Höfken befürchtet, dass dadurch regionale Erzeugnisse verloren gehen und die Wertschöpfung in den Dörfer an die Zentren und Lebensmittelkonzerne abgegeben wird.

GrünTV: Wenn es bleiben soll wie es ist, dann muss sich was ändern …