Kirchheimbolanden. Wie barrierefrei ist Kirchheimbolanden wirklich? Dieser Frage gingen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am Freitag, 28. August 2026, bei einem Infostand am Mozartbrunnen nach. Bereits ab 10 Uhr konnten Bürgerinnen und Bürger mit der Landtagsabgeordneten Lisett Stuppy aus dem Donnersbergkreis in Austausch kommen, ihre Erfahrungen schildern und konkrete Stellen benennen, an denen Barrieren den Alltag erschweren. Ab 12 Uhr beteiligten sich auch MdB Corinna Rüffer, die sich innerhalb der grünen Bundestagsfraktion schwerpunktmäßig mit dem Thema Inklusion beschäftigt und Katrin Sutter, die Inklusionsbeauftragte des Landkreises. Gesprächspartner:innen waren Vertretungen der Lebenshilfe, Betroffene, Passantinnen und Schüler.
Im Anschluss machten sich knapp 15 Personen gemeinsam auf den Weg zu einer Begehung durch Kirchheimbolanden. Dabei wurden verschiedene Örtlichkeiten genauer unter die Lupe genommen, die für Menschen mit Rollstühlen, Rollatoren, Kinderwagen oder Sehbehinderungen besondere Schwierigkeiten darstellen.
Mehrere Rückmeldungen betrafen den Römerplatz. Dort wurde unter anderem auf Schwierigkeiten bei der stufenfreien Zufahrt mit Kinderwagen, Rollstühlen und Rollatoren hingewiesen. Auch das Kopfsteinpflaster wurde kritisiert, da die Fugen teilweise problematisch seien und das Vorankommen erschwerten.
Auf dem Edeka-Parkplatz wurde die grobe und teilweise löchrige Teerdecke als Hindernis genannt. Besonders für Menschen mit Rollatoren oder Rollstühlen könne dies problematisch werden, da Räder in Unebenheiten hängen bleiben könnten.
Handlungsbedarf sehen Bürgerinnen und Bürger auch im Bereich der Bahnhofstraße und der Seitenstraße bei den Häusern Bahnhof 7a bis 7d. Zu hohe Bordsteine, unterschiedliche Pflasterhöhen und zu enge Übergänge erschwerten dort das Auffahren auf den Gehweg mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen. Darüber hinaus wurde bemängelt, dass es entlang der Bahnhofstraße keinen ausreichend sicheren Weg zur Werkstatt beziehungsweise Wohnstätte der Lebenshilfe gebe.
Auch im Bereich der Kreisverwaltung wurde auf eine problematische Verkehrssituation hingewiesen. An der stark befahrenen Straße fehle nach Einschätzung von Teilnehmenden eine geeignete und sichere Querungsmöglichkeit.
Mehrere Hinweise betrafen zudem die Marnheimer-Straße. Dort sei der Geh- und Radweg teilweise sehr schmal. Gleichzeitig würden schnelle E-Bikes und E-Roller insbesondere für Menschen mit Sehbehinderungen zusätzliche Unsicherheiten schaffen. Bemängelt wurden fehlende Leitstreifen sowie fehlende akustische und bauliche Orientierungshilfen. Ein selbstständiges und sicheres Bewegen sei dadurch für Menschen mit Sehbehinderung an manchen Stellen nur eingeschränkt möglich.
Auch der Parkplatz am Medizinischen Versorgungszentrum wurde angesprochen. Schotter, Schlaglöcher und die allgemeine Parksituation könnten gerade für kranke oder mobilitätseingeschränkte Menschen eine zusätzliche Belastung darstellen.
An der Bushaltestelle beim Krankenhaus in der Marnheimer Straße wurden ein hoher Bordstein und zu wenig Platz als weitere Barrieren genannt.
Für MdB Corinna Rüffer und MdL Lisett Stuppy war der direkte Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern besonders wichtig. Die gemeinsame Begehung machte deutlich, dass Barrieren oft erst dann richtig sichtbar werden, wenn die betroffenen Stellen vor Ort betrachtet und aus der Perspektive der Menschen erlebt werden, die täglich mit ihnen umgehen müssen.
Zum Abschluss wurde die Stadtbegehung bei einem Besuch im Café Enkler abgerundet. Dort bestand noch einmal Gelegenheit, die Eindrücke der Begehung in entspannter Atmosphäre auszutauschen und die angesprochenen Probleme sowie mögliche Verbesserungen zu besprechen.
Der Infostand und die anschließende Begehung zeigten: In Kirchheimbolanden gibt es an mehreren Stellen noch Verbesserungsbedarf auf dem Weg zu einer barrierefreien und inklusiven Stadt. Die Hinweise der Bürgerinnen und Bürger liefern dafür konkrete Anhaltspunkte und zeigen, wo Handlungsbedarf besteht. Deutlich wurde, dass die Zielgruppe derer, die auf Barrierefreiheit angewiesen viel größer ist.
Im nächsten Schritt werden die Grünen im Donnersbergkreis das Gespräch mit dem Stadtbürgermeister und dem Stadtrat suchen. Dort wollen sie die gesammelten Hinweise vorstellen und gemeinsam klären, was verbessert werden kann. Straßen, Plätze, öffentliche Gebäude und Veranstaltungen in Kirchheimbolanden sollen für alle Menschen gut zugänglich sein. Dafür braucht es konkrete Lösungen.
Kontakt:
MdL Lisett Stuppy
lisett.stuppy@gruene.landtag-rlp.de
MdB Corinna Rüffer