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Romeo Franz im EU Parlament

Romeo Franz zieht ab dem 1. Juli 2018 ins Europaparlament ein.

InfoGrün Luwigshafen hat ihn dazu befragt.

InfoGrün: Du machst dich besonders stark für Minderheiten. Welche Schwerpunkte möchtest du im europäischen Parlament setzen? Du bist in Europa gut vernetzt. In welches Land führte dich deine letzte Reise?

Romeo Franz: Meine letzte Reise war eine Delegationsreise nach Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina. In Novi-Sad besuchte ich u.a. ein Mütterzentrum von Menschen mit Romno-Hintergrund. Die Mütter kämpfen dort für eine gleichberechtigte Chance ihrer Kinder auf Bildung, denn auch dort werden Kinder mit Romno-Hintergrund oft im Bildungssytem segregiert. Ich habe dort sofort entschieden zu helfen und den Müttern kostenlose Qualifizierung für NGOs von einem von mir gegründeten Qualifizierungszentrum angeboten.

Weiter ging es nach Sarajevo, dort regieren drei Ethnien diesen Staat. Ein Kleinstaaterei die den Weg in die EU sehr erschwert.Aber auch dort gibt es Möglichkeiten, den ausgegrenzten Gruppen zu helfen, nämlich auch mit deutschen Unternehmen, die dort nach Arbeitskräften suchen und ausbilden möchten. Hier möchte ich anknüpfen und die Unternehmer für dieses Thema zu interessieren.

InfoGrün: Sinti und Roma ist ein Thema, aber nicht dein einzigstes. Der soziale Wohnungsbau und die Entzerrung sozialer Brennpunkte ist einer deiner Tätigkeitsschwerpunkte. Wie willst du soziale Brennpunkte konkret entzerren?

Romeo Franz: Mein Einsatz für die Menschenrechte gelten allen sozial Benachteiligten Menschen, als Sinto und Sohn einer Holocaust-Überlebenden, welche fast 60 Jahre um ihre Anerkennung und für die erlebten Qualen in der NS-Zeit kämpfen musste, ist das Thema Minderheitenpolitik für mich besonders wichtig, denn es betrifft mich selbst. Ich weiß wie sich soziale Ausgrenzung und Diskrimninierung anfühlt. Diese Empathie gegenüber sozial Benachteiligten fehlt in der Politik und ihren Entscheidungen. Sie werden kaum bis gar nicht in Lösungskonzepte einbezogen, man grenzt weiter munter aus, sei es im Bildungsbereich, Wohnungsbereich, auf dem Arbeitsmarkt oder im Gesundheitswesen, wie wir ja gerade aktuell wieder erleben.

Soziale Benachteiligung betrifft nicht nur ethnische Minderheiten, sondern wir werden alle Gruppen von Menschen dort finden. Armut und verwehrte Gleichberechtigung, wirtschaftli-chen Armut werden leider oft und gerne ethnisiert, Gruppen generell kriminalisiert. Das fördert in der Gesellschaft Ängste, Rassismus, Vorurteile und Hass. Dieser Mechanismus fördert Intoleranz und Ausgrenzung. Tatsache ist, dass soziale Umstände Armut verursachen. Sehr oft hat diese Ausgrenzung und Diskrimnierung von Menschen einen Grund, denn hier werden Menschen dazu gezwungen, weit unter Mindestlohn zu arbeiten und werden bis aufs Äusserste ausgebeutet. Das passiert bei uns in Rheinland-Pfalz aber auch in ganz Europa, diese Men-schen haben keine Stimme und das will ich ändern.

Gerade für Menschen aus Osteuropa, die in ihrer Heimat extrem diskrimniert werden, kann man mit guten Konzepten die Ausbildung in ihrer Heimat ermöglichen,damit haben sie die Chance als qualifzierte Arbeitskräfte in Ihrer Heimat und auch überall in Europa eine reele Chance auf ein würdiges Leben zu haben. Joint-Ventures mit deutschen Firmen die sich be-wusst bei ihren Auszubildenden für Menschen aus sozial Benachteiligen Gruppen entscheidet. Dies funktioniert schon zum kleinen Teil und hier werde ich ansetzen um es populärer zu machen. Deswegen ist es ohne die Entzerrung von sozialen Brennpunkten kaum möglich, einer Stig-matisierung der Menschen die dort leben entgegen zu treten. Somit befinden sich seit Generationen Familien in einem Teufelskreis von Armut und haben keine gleichberechtigte Chancen zur Teilhabe, besonders Kinder leiden unter dieser Situation weil sie nicht die gleichen Bildungschancen wie Kinder haben, welche in nicht stigmatisierten Wohnsituationen leben.

Eine Entzerrung der Brennpunkte kann nur dann funktionieren, wenn die Kommune bereit ist, keine Segregationspolitik im Sozialen Wohnungsbau zu betreiben, sondern eine Durchmischung anzustreben. Diese muss dann von Inklusions-Begleitern auch betreut werden. Dazu gehört Mut und der Wille tatsächlich seit Generationen ausgegrenzten Menschen die Möglichkeit zu geben, aus diesen Brennpunkten heraus zukommen. Nur dann können wir diesen Teufelkreis durchbrechen und eine gleichberechtigte Partizipation ermöglichen. Hier würde für die gesamte Gesellschaft eine Win-Win-Situation entstehen und wir würden endlich damit aufhören, Potenzial und Talente diskriminierter und ausgegrenzter Bürger brach liegen zu lassen. Vor allem bekämen diese Bürger ein besseres Selbstwertgefühl, ihre Würde und die Chance auf Anerkennung.

Das Interview führt Raik Dreher

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